Wärmeleitpaste richtig auftragen – was ist die beste Methode?

Immer wieder wird darüber diskutiert, wie man Wärmeleitpaste am besten auftragen soll. Dabei gehen die Meinungen stark auseinander. Die einen verteilen die Wärmeleitpaste akkurat auf der CPU Oberfläche, andere machen nur einen Punkt oder ein Kreuz und drücken dann den Kühler drauf. In diesem Beitrag werden wir die gängigsten Methoden zur Verteilung der Paste ausprobieren und daraus ein Fazit ziehen.

Wie gehen wir vor?

Zunächst Listen wir die bekanntesten Auftragsformen auf. Diese werden wir auch dementsprechend testen. Dafür eignet sich einerseits der optische Test, aber auch ein  praktischer Test im Systemaufbau. Für den optischen Test werden wir nicht einen CPU Kühler auf die Wärmeleitpaste drücken, sondern eine Plexiglasplatte, durch die man die Verteilung und eventuelle Luftblasen perfekt erkennen kann.

Welche Methoden gibt es?

Zunächst haben wir die gängigste Methode, nämlich das verstreichen. Bei dieser Methode verteilt man einen kleinen Klecks an Wärmeleitpaste in die Mitte der CPU , welcher dann später verstrichen wird, sodass diese komplett die CPU bedeckt. Eine weitere Möglichkeit ist es, in die Mitte einen Tropfen Wärmeleitpaste zu geben und direkt im Anschluss den Kühler draufzudrücken. Dadurch verteilt sich die Paste wegen des Drucks der zwei Komponenten. Eine dritte Methode ist die X-Methode. Dabei wird mit Wärmeleitpaste ein X auf die CPU „gezeichnet“ und anschließend der Kühler draufgedrückt.

Dies sind erst mal die bekanntesten drei Methoden, die wir auch hier testen werden. Sollte Ihnen noch eine weitere Methode einfallen, schreiben Sie es in die Kommentare und ich versuche möglichst bald den Beitrag ergänzen.

 

Generelles über den Wärmeleitübergang

Einen Übergang zwischen CPU Heatspreader und Kühler ist für einen anständigen Gebrauch unbedingt notwendig. Es gibt zwei verschiedene Arten von Wärmeleitübergängen bei CPUs. Zum einen gibt es die klassische Wärmeleitpaste, zum anderen gibt es auch das komfortablere Wärmeleitpad. Für die CPU und die GPU verwendet man grundsätzlich Wärmeleitpaste, da diese eine bessere Wärmeleitfähigkeit besitzt als Pads. Pads eignen sich vor allem dort, wo es nicht so warm wird und man möglichst ohne zu kleckern und schnell arbeiten will. Bei der Installation eines wassergekühlten Arbeitsspeichers verwendet man gerne Wärmeleitpads, da diese – je nach Methode – einfacher aufzubringen sind und auch kein optimaler Leitübergang abverlangt wird. Wir reden hier von den klassischen Wärmeleitpads. Mittlerweile gibt es schon welche aus Metall, bei denen man die Oberflächen zuvor abschmirgeln muss. Mittlerweile stehen die heutigen Wärmeleitpads der Paste in fast nichts mehr nach. Diese speziellen Pads sind aber zur Zeit noch etwas teurer als vergleichbare Paste.

 

Wie verwendet man die wärmeleitenden Materialien?

Das klassische Wärmeleitpad wird dem Heatspreader entsprechend zurecht geschnitten und zwischen CPU und Kühler eingeklemmt. Die Wärmeleitpaste muss verstrichen oder durch Druck verteilt werden. Sie kommt selbstverständlicherweise auch zwischen CPU und Kühler.

 

Die Wärmeleitpaste verstreichen

Fangen wir mit aufwändigsten Methode an. Bei dieser Methode trägt man in die Mitte der CPU einen Tropfen der Paste auf und nimmt sich einen kleinen Spachtel oder eine Plastikkarte zur Hand. Mit dieser verstreicht man dann die Paste gleichmäßig auf der CPU. Wichtig ist hierbei, dass man wirklich nur eine dünne Schicht aufträgt, da die Wärmeleitpaste nur winzige Unebenheiten ausgleichen soll und den Luftschlitz zwischen Heatspreader und Kühler schließt.

Die hier zu sehende Plexiglasplatte wird jun auf die CPU gedrückt.

Hier sehen wir zuerst, wie sich das ganze verhält, wenn wir die Platte nicht draufdrücken sondern nur drauflegen. Die dunkleren Flächen sind diese, wo die Platte noch keinen Kontakt zur Paste hat. Üben wir nun etwas Druck auf die Platte aus (wie es auch in der Realität ist), dann…

…gehen alle Luftblasen restlos von selbst raus.

Auch die Temperaturtests bestätigen das visuelle Ergebnis.

Das Fazit, was wir aus dieser Methode ziehen, ist relativ eindeutig. Ist die Schicht dünn genug aufgetragen, ist diese Variante sehr gut geeignet. Jedoch hat man wesentlich mehr zu arbeiten.

 

Einen Tropfen in der Mitte

Bei dieser Methode machen wir einen Tropfen in die Mitte und drücken den Kühler anschließend auf. Dies erfordert ein gutes Einschätzungsvermögen. Zu wenig Paste und nicht der ganze Heatspreader ist bedeckt. Wird zu viel verwendet, drückt sich die Wärmeleitpaste an der Seite heraus und man verkleckert einiges.

Nachdem die Plexiglasplatte aufgelegt wurde, verteilt sich die Paste schon etwas.

An den Seiten quetscht die Paste schon heraus, wobei die Ecken noch nicht bedeckt sind.

Fazit: Dies ist wohl die einfachste Variante. Man muss aber ein gutes Gefühl dafür entwickeln, wie viel Paste man benötigt. Es gilt, lieber mehr als weniger, da bei zu wenig Paste die Kontaktfläche geringer wird. Bei zu viel kleckert man zwar etwas, aber dies schadet in der Regel der CPU nicht. Das Einschließen von Luftblasen ist bei dieser Methode ausgeschlossen. Mit etwas Übung ist diese Methode mit Sicherheit für den schnellen Gebrauch gut geeignet.

 

Die X-Methode

Die X-Methode, so wie ich sie jetzt mal nenne, ist eine Mischung aus den beiden anderen. Es wird ein X auf die CPU „gezeichnet“. Der Vorteil an dieser Methode ist, dass sie nicht sehr aufwendig ist und Lufteinschlüsse so gut wie ausgeschlossen sind.

Wenn die Platte draufgelegt wird:

Und festgedrückt:

Fazit: Diese Methode ist schnell und zuverlässig. Jedoch muss man auch hier einschätzen, wie viel Wärmeleitpaste benötigt wird.

 

Gesamteindruck

Wie man sehen kann, eignen sich alle Methoden mehr oder weniger gut. Temperaturen sind bei allen Methoden relativ gleich und die Lufteinschlüsse sind auch gering bis nicht vorhanden. Wer schnell Paste auftragen will, sollte die X-Methode oder die Punktmethode wählen. Als Anfänger eignet sich das Verstreichen mehr, da man dafür noch keine Einschätzung der Menge benötigt. Welche Art man letztendlich anwendet, ist jedem selbst überlassen.

 

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