Anet A8 – Heatbed einstellen und Kreppband erneuern

Jetzt, wo wir endlich fertig mit dem Zusammenbau sind, müssen wir anfangen, das Heatbed richtig einzustellen. Dafür braucht es eigentlich nicht viel, einzig und allein viel Zeit und Geduld.

Um ideale Druckergebnisse zu erhalten, ist ein richtig eingestelltes Heatbed unabdingbar. Ist der Abstand zu der Nozzle-Spitze zu gering, drückt die Nozzle bei jeder weiteren Schicht wieder in die untere und es resultieren unschöne Schlieren. Wenn der Abstand jedoch zu groß ist, haftet das Filament erst gar nicht an dem Heatbed und es entsteht ein einziger Klumpen aus Filament.

1.Heatbed vorbereiten

Es hat sich bei mir herausgestellt, dass das vorhandene Tape oder Kreppband, mit dem das Heatbed bedeckt war, nur sehr kurz gehalten hat. Da die Einstellung der beheizten Platte sehr exakt sein muss, ist es meist nicht zu umgehen, diese bei dem Aufbringen eines neuen Tapes zu korrigieren/anzupassen.

Weshalb muss man das Heatbed überhaupt beschichten?

Das sollte man unbedingt machen, um einerseits das Heatbed an sich zu schützen und andererseits eine gute Haftung von dem Filament zum Heatbed herzustellen. Gerade am Anfang ist es wichtig, dass das Filament am Heatbed haftet. Aber auch mitten im Druck darf sich das Objekt nicht einfach lösen. Besonders hohe Objekte neigen wegen der starken Kräfte der Bewegungen des Heatbeds zum Fall, wenn sie nicht gut haften.

 

Nun stand ich vor der Frage, ob ich einmalig eine Glasplatte kaufen sollte oder doch ein spezielles Tape oder Kreppband. Deshalb habe ich viel Recherche betrieben und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich ein Tape verwenden werde. Die Glasplatte hatte in meinen Augen zu viele Nachteile. Öfters wurde davon berichtet, dass eine solche gerne mal reißt oder auch krumm sein kann, was absolut nicht sein darf. Zwar muss man ein Tape nach einiger Zeit erneuern, mir erschien dies aber auch, aufgrund der von Nutzern beschriebenen besseren Haftleistung, als die sicherere Lösung. Schlussendlich bin ich auf das BlueTape gestoßen. Dies ist zwar mit circa 10€ pro Rolle nicht besonders günstig, jedoch hat es hervorragende Haftleistungen erwiesen. Manchmal habe ich sogar Probleme den fertigen Druck von der Platte zu lösen.

 

2. Heatbed einstellen

Dafür lösen wir zunächst die Flügelschrauben. Dann drehen wir die eigentlichen Schrauben, die das Heatbed mit der unteren Aluminiumplatte verbinben soweit herunter, bis die Feder fast vollständig gespannt ist. Nun nehmen wir uns ein DIN A4 Blatt, am besten mit einer Stärke von 80g/m³, und legen es auf das Heatbed. Jetzt lösen wir die Schrauben wieder bis die Nozzle das Blatt berührt. Der Abstand sollte durch Anziehen oder Lösen der vier Schrauben so eingestellt werden, dass man das Blatt an jeder Stelle gerade noch so zwischen Nozzlespitze und Heatbed schieben kann. Dabei sollte ein deutlicher, aber nicht zu starker Widerstand spürbar sein. Wenn die Einstellung soweit vorgenommen wurde. Schrauben wir die Flügenschrauben wieder an.

Wichtig:

Bei mir hat sich herausgestellt, dass der Abstand zwischen Heatbed und Nozzle im heißen Zustand geringer ist. Dies liegt an der minimalen Ausdehung der Materialen, was schon zu einer Ungenauigkeit führt. Um beste Ergebnisse zu erhalten, empfehle ich den Vorgang des Einstellens bei einer Heatbed Temperatur von 50°C und einer Hotend Temperatur von 190°C vorzunehmen. Aber Achtung, die Spitze ist extrem heiß und kann schon durch kurzzeitige Berührung starke Verbrennungen hervorrufen.

 

3. Probleme beim falschen Einstellen

Grundsätzlich gibt es zwei Probleme die auftauchen können, wenn wir das Heatbed falsch einstellen. Zum einen kann es passieren, dass es zu niedrig ist, zum anderen kann es aber auch zu hoch eingestellt sein.

 

3.1 Abstand zwischen Nozzle und Heatbed zu gering

Sollte dies der Fall sein, sieht man dies vor allem an der ersten Schicht, die gedruckt wird. Diese ist flach und breit gedrückt. Beendet man den Druck schon nach der ersten Schicht, merkt man auch, dass diese kaum ablösbar ist. Ein weiteres Indiz für einen zu geringen Abstand. Spätestens bei dem Drucken der zweiten Schicht sollte aber auffallen, dass der Abstand zu gering ist. Die Nozzle drückt nämlich dann in die erste Schicht rein und es entstehen unschöne Hubbel, die eine raue,unebene Fläche hervorrufen.

3.2 Abstand zwischen Nozzle und Heatbed zu gr0ß

Das merkt man schon im ersten Moment des Drucks. Am Anfang ummalt der 3D-Drucker das Gebiet, in dem er drucken wird. Spätestens wenn er dann anfängt, das eigentliche Objekt zu drucken, sollte eine Haftung zwischen Heatbed und Filament bestehen. Klebt jedoch nur ein Klumpen Filament, bestehend aus feinsten Fäden, an der Nozzle, so ist der Abstand zu groß.

 

4. Die Nachjustierung

Es hat sich bei mir herausgestellt, dass sich das Heatbed mit der Zeit leicht verstellt. Selbst wenn ich die Flügelschrauben extrem fest anziehe, muss ich nach einigen Druckvorgängen das Heatbed nachjustieren.

In folgenden Fällen ist die Nachjustierung unabdingbar:

  • nach dem Anbringen einer neuen/anderen Nozzle
  • nach dem Umstellen des 3D-Druckers
  • nach der Reinigung des Heatblocks

In folgenden Fällen ist eine Nachjustierug zu empfehlen:

  • nach der Neuanbringung eines Tapes oder Glasplatte
  • nach längeren Druckvorgängen

 

Mit all diesen Tipps bekomme ich mittlerweile gute bis sehr gute Druckergebnisse, denn ein 3D-Drucker ist nur so gut, wie er auch eingestellt ist.

 

2 Antworten auf “Anet A8 – Heatbed einstellen und Kreppband erneuern”

  1. Kurzer Nachtrag:

    Nach weiteren Recherchen bin ich auf mehrere Berichte gestoßen, die von nachlassender Haftung der Glasplatte nach mehreren Druckvorgängen reden. Das heißt, dass auch diese ausgetauscht werden muss und somit nicht dauerhaft verwendet werden kann.

    Manche sprühen die Glasplatte auch mit Haarspray ein. Davon rate ich jedoch ab, da der Strahl, der aus der Dose kommt und die feinen Nebeltröpfe nicht nur das Heatbed treffen, sondern auch Bauteile. Diese können dann schlimmstenfalls verkleben.

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