Pagny-sur-Moselle/Liverdun (Jakobsweg)

Nachdem wir uns von unseren netten Gastgebern, die uns am ersten Tag aufgenommen hatten, verabschiedeten, wussten wir noch nicht, dass unfassbare 41 Kilometer auf der Strecke Pagny-sur-Moselle/Liverdun vor uns lagen. Da wir die Ortschaft Arnaville am gestrigen Tag übersprungen hatten, war die geplante Strecke etwas geschrumpft – zum Glück! Gutes Wetter sollte uns in die Karten spielen.

Teilstrecke Pagny-sur-Moselle/Liverdun

  • Streckenlänge: 41km
  • Wo: als parallel zur Mosel bis zur Abzweigung
  • Wie lange: etwas zu viel für einen Tag, notfalls machbar
  • Schwierigkeitsgrad: durch die Distanz sehr anspruchsvoll, Landschaft eher leicht bis mittelschweres Terrain
  • Unterkünfte: Rar bis Liverdun

Die endlos erscheinende Gerade

Um 9:52 Uhr starteten wir unsere zweite Tagestour Pagny-sur-Moselle/Liverdun. Zunächst mussten wir unsere Lebensmittelreserven in einem Supermarkt auffüllen. Alsbald ging es es schnurstracks geradeaus rechts der Mosel entlang Richtung Vandières. Der Weg schien kaum ein Ende zu nehmen. Trotz dessen erreichten wir um 11:13 Uhr die Ortschaft. Ein besser ausgeschildeter Weg und eine flache Strecke stimmten uns froh.

Um 11:24 Uhr, nach ca. 7 km, verließen wir dann schließlich Vandières und legten eine erste Rast ein. Weiterhin entfernten wir uns immer mehr von der Mosel. Im Ton der Kirchenglocken von Norroy-lès-Pont-à-Mousson wanderten wir aus der Ortschaft in den Wald hinein. Im sogenannten Priesterwald begegneten wir einigen Ruinen – nebenbei bemerkt, einer der schönsten Abschnitte sowohl auf der Teilstrecke Pagny-sur-Moselle/Liverdun als auch auf unserer achttägigen Wanderung. Dieser Wald zeichnet sich für den Wanderer durch seine urige Landschaft aus, in der sich die Bäume zum Wanderer hinbiegen. Aber auch hier begegneten wir wieder weggeworfenem Plastik inmitten einer Naturlandschaft. Das erste mal auf unserer gesamten Wanderung hatten wir zudem eine Begleitung, die auch diesen Teilabschnitt des Jakobwegs wanderte.

Gegen 14:14 Uhr füllten wir in Pont-à-Mousson unsere Vorräte auf und machten eine Mittagspause. Wir verabschiedeten uns von unserer Wegbegleiterin und setzen unseren Weg fort. Mitten in einem Waldgebiet Richtung Jezainville hätten wir uns beinahe verlaufen, konnten aber noch rechtzeitig den richtigen Weg einschlagen. Im Wald sehen die Wege oft identisch aus, weshalb eine Orientierung nur schwer möglich ist. Der womöglich ehemals als Handelsstraße benutze Weg nach Jezainville ist mit Steinen durchzogen und verläuft steil bergab direkt in den Ort.

Es zieeeeht sich…

Auf unwegsamen Gelände verließen wir Jezainville. Wir schafften keine 5 Kilometer in der Stunde. Gegen 17:30 Uhr wanderten wir aus Dieulourd heraus mit dem nächsten Ziel Saint-Georges/Saizerais vor Augen und der Tag neigte sich so langsam dem Abend entgegen. Es war bereits 19:00 Uhr und so langsam schwand unsere Kraft aus den Beinen. Trotz all der Strapazen wurden wir mit einem atemberaubenden Blick auf diese zwei Orte entschädigt. Mehrere kleine Pausen sollten unseren Kreislauf entlasten, denn die ca. 13 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken machten uns trotz des jetzt kühleren Wetters zu schaffen. Weiterhin hielten uns steinige Wege auf und wir setzten uns als nächsten Ziel gegen 20:30 Uhr in Liverdun am Campingplatz anzukommen.

Gegen 19:34 Uhr trafen wir am Ortsrand von Saizerais auf nette Bewohner, die uns anboten, nach Liverdun zu fahren. Schließlich sollten es noch unerwartete 7 km bis zu unserem Ziel sein. Wir entschieden uns gegen das Angebot und setzten unsere Reise, wenn auch müde, zu Fuß und unerwartet motiviert fort. Nach so einem anstrengenden Tag packte uns auf die letzten Kilometer nochmal die Motivation und wir wollten unbedingt unser Ziel ohne Fremdhilfe erreichen. Über eine Stunde später erreichten wir endlich Liverdun. Ein sehr schöner Ort, der sich durch seine Lage direkt in einem Moselbogen auf einer Anhöhe auszeichnet.

Durch die verzeigten Wege in unserem Zielort benötigten wir nochmals über 20 Minuten bis zum Campingplatz. Die Wege gingen steil bergab und durch einen kleinen Treppenabgang fanden wir letzten Endes zu unserem Ziel direkt an der Mosel. Leider kamen wir wenige Minuten zu spät, sodass wir kein warmes essen mehr essen konnten. Ein Baguette mit Fleischwurst musste uns am Abend, trotz der kräftezehrenden Etappe, genügen.

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